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Von TraderFox
09. Januar 2020

Die Unsicherheiten nach dem iranische Vergeltungsangriff hat dem TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index am Mittwoch nur einen kleinen Dämpfer verpasst. Dank der Erholung im Handelsverlauf liegt der Index am Nachmittag folglich mit 0,4% im Plus bei 109,80 Punkten. Coloplast wächst mit Gesundheitsdienstleistungen in den ersten 9 Monaten um 9 % und bekräftigt 2019er Wachstumsziele. Französische Luxusholding Kering führt erste Übernahmegespräche mit exklusiver Modemarke Moncler.

Trotz leichter Abgaben von 0,5% auf 110,10 Euro notiert die Aktie von Coloplast am Mittwoch im Qualitäts-Index weiterhin in der Nähe ihres Mehrjahreshochs. Die dänische Unternehmensgruppe ist einer der führenden Anbieter im Bereich Gesundheitspflege und hat sich dabei vor allem auf die Entwicklung und Herstellung von medizinischen Produkten sowie Services spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Behandlung von urologischen Krankheiten sowie der Wund-, Haut- und Stomaversorgung. Und der Wachstumskurs von Coloplast ist weiterhin durchaus beeindruckend. Allein für die ersten 9 Monate konnte der Vorstand ein beachtliches Umsatzplus von 9,1% auf 13,3 Mrd. Dkr. (1,78 Mrd. Euro) vermelden. Als Treiber erwies sich dabei im Wesentlichen das Geschäft in den Schwellenländern, wo das organische Wachstum immerhin 13% betrug. Aber auch in den anderen Regionen lief es für die Dänen durchaus gut. So lagen die Zuwächse des Gesundheitsdienstleisters in Europa bei 6% und in den sonstigen Industrieländern bei 11%. Freude machte Coloplast in den letzten 3 Quartalen aber letztlich vor allem die Stoma- und Kontinenzversorgung, die gruppenweit um 7 bzw. 8% zulegen konnten. Aber auch die kleinere Sparte, die Wund- und Hautpflege, wuchs um 9%.

Leichten Gegenwind verspürte das Unternehmen allerdings von den französischen Regulierungsbehörden, die über das Gesundheitsministerium die Preise unerwartet gesenkt hatten. Da die niedrigeren Verkaufspreise jedoch nur in Frankreich gelten, blieben die Auswirkungen für Coloplast bislang aber überschaubar. Somit erwartet das Management für 2019 ein Umsatzwachstum von 9%, was über den Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen würde. Und dank dieser Zahlen bleibt auch genügend Geld für die Entwicklung von neuen innovativen Produkten übrig. Zuletzt erreichte der Forschungs- und Entwicklungsaufwand jedenfalls eine Größenordnung, der rund 4% der Gesamterlöse entsprach.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Mit über 2,8% im Plus bei aktuell 40,90 Euro präsentiert sich heute im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von Moncler. Das italienische Edelbekleidungsunternehmen, das vor allem hochwertige Mode und Accessoires produziert und verkauft, hatte erst im Dezember ein Übernahmeangebot vom französischen Luxuskonzern Kering erhalten. Es sei jedoch nicht sicher, dass die Gespräche mit den Italienern zu einem Zusammenschluss führen, hatte dabei die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen berichtet. Die Moncler-Papiere schossen daraufhin aber zeitweise um mehr als 12% nach oben und beendeten das vergangene Jahr sogar mit einem Zuwachs von rund 50%. Das Modeunternehmen, das seine Produkte weltweit in über 180 eigenen Boutiquen sowie über exklusive Kaufhäuser und internationale Modefachgeschäfte unter der Marke Moncler vertreibt, kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von fast 11 Mrd. Euro, bei einem zuletzt erzielten Umsatz von 1,4 Mrd. Euro. Größter Einzelaktionär des Unternehmens ist der Vorstandschef Remo Ruffini, der über eine von ihm kontrollierte Investmentfirma rund 22,5% der gesamten Anteile hält. Auf Nachfrage von Bloomberg wollte Kering die im Raum stehenden Übernahmegespräche zunächst nicht kommentieren, auch Moncler war für eine Stellungnahme offenbar nicht bereit.

Sollte aber Kering den Moncler-Zukauf über die Bühne bringen, so würde das dem Luxuskonzern helfen, mit seinem französischem Rivalen LVMH Schritt zu halten. Dieser hatte erst im November den Kauf des bekannten amerikanischen Juweliers Tiffany angekündigt. Und mit einem geplanten Preis von 16,2 Mrd. USD wäre dies sogar der teuerste Deal aller Zeiten im Luxussegment. Würde der Moncler-Deal also tatsächlich zustande kommen, so bekäme Kering für sein Portfolio eine Marke dazu, deren Wachstum im letzten Jahrzehnt enorm war und selbst im boomenden Luxussektor herausragte.

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