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Von TraderFox
19. Dezember 2019

Einen Tag vor dem großen Verfallstag zeigt sich der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index am Donnerstag von seiner vorweihnachtlich ruhigen Seite. Somit liegt der Index am Nachmittag kaum verändert bei 108,50 Punkten. Pharmaproduzent Recordati treibt seine globale Expansion bei Mitteln rund um seltene Krankheiten voran und erzielt eine Nettomarge von 23%. Expansion in Schwellenländer und profitable Schokoladengeschäfte treiben Lindt & Sprüngli erneut auf ein Rekordhoch.

Zu einem der absoluten Top-Werte hat sich in diesem Jahr im Qualitäts-Index die Aktie von Recordati entwickelt. Aktuell liegt sie zwar im Minus bei 37,25 Euro, auf das Gesamtjahr gesehen, liegt die Performance aber bei gut 30%. Der italienische Pharmahersteller hat sich neben Medikamenten für die Primärversorgung vor allem auf die Entwicklung und Vermarktung von Arzneimitteln zur Behandlung von seltenen Krankheiten spezialisiert. Und das Wachstum in diesem Bereich war in der Vergangenheit durchaus robust. Während 2013 der Umsatz noch bei 941 Mio. Euro lag, war er bis Ende des letzten Jahres auf 1,35 Mrd. Euro gestiegen. Das Unternehmen ist dabei aber nicht nur in mehreren europäischen Ländern aktiv, sondern auch in den USA, Mexiko, Kanada, Russland und Nordafrika. Weltweit arbeiten für Recordati zurzeit immerhin rund 4.100 Mitarbeiter. Zuletzt hatte der Vorstand angekündigt, mit dem Wissen und dem bestehenden Netzwerk in den kommenden Jahren einen globalen Marktführer im Gesundheitswesen hervorbringen zu wollen. Die Geschäftsentwicklung der zurückliegenden 9 Monate konnte diese Pläne durchweg bestätigen.



Von Januar bis September kletterten die Erlöse die Pharmagruppe um 8,6%, das internationale Wachstum war mit 9,1% sogar noch stärker. Die Zahlen belegen einmal mehr den anhaltenden Wachstumskurs des Unternehmens, betonte der Recordati-Chef. Dabei haben wir wichtige Vorhaben vorangetrieben, um das Geschäft mit seltenen Krankheiten globaler und erfolgreicher zu machen. Dazu gehörte dem Manager zufolge unter anderem auch die jüngste Lizensierung des Mittels Juxtapid in Japan sowie der Zukauf zweier Produkte (Signifor® und Signifor® LAR®) vom Pharmakonzern Novartis, für die ein weltweites Umsatzpotenzial von jährlich bis zu 200 Mio. Euro gesehen wird. Für Recordati selbst ist das Arzneimittel-Geschäft aber bereits jetzt schon sehr einträglich. Die Gewinnmarge liegt derzeit bei 23%, und auch die Eigenkaptalrendite von 32% dürfte Investoren weiterhin gefallen.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Im vorweihnachtlichen Marktumfeld präsentiert sich heute die Aktie von Lindt & Sprüngli im Qualitäts-Index leicht im Minus bei 6.680,00 Euro. Die Papiere befinden sich damit nur knapp unter ihrem zuletzt erreichten Jahreshoch. Dabei ist der Schweizer Schokoladenhersteller trotz des doch eher unspannend wirkenden Geschäftsmodells ein Dauerläufer. Allein während der letzten 10 Jahre konnte die Aktie um immerhin über 200% zulegen. Kräftig gewachsen ist die Firmengruppe, die besonders für ihre Produktlinien Lindor und Excellence bekannt ist, dabei vor allem in Schwellenländern wie Russland, China und Brasilien. Von Lindt & Sprüngli werden die hochwertigen Schokoladen und Pralinés zunächst in Europa und den USA produziert und danach in eigenen Geschäften und Cafés verkauft. Der exklusive Vertrieb erfolgt aber letztlich über ein globales Netzwerk. Hierbei hat sich der Edelschokoladen-Hersteller aber gerade beim Einkauf außerordentlich strenge Richtlinien vorgegeben. Auch ist das Unternehmen zunehmend von Preisentwicklungen bei Rohstoffen wie Kakaobohnen, Milch und Haselnüssen abhängig. Und obwohl aufgrund der Premiumqualität, Schokoladenliebhaber durchaus bereit sind, etwas mehr zu zahlen, kann Lindt & Sprüngli höhere Einkaufspreise nicht so ohne weiteres an die Kunden weiterreichen.

Mit Effizienzsteigerungen kann das Management aber häufig gegensteuern und damit die Belastungen mehr als kompensieren. In Anbetracht des zuletzt guten Ostergeschäfts und neuer Geschmacksrichtungen legten die Erlöse jedenfalls im 1.Halbjahr um 5,4% zu. Das organische Wachstum des Unternehmens lag sogar bei 6,2%. Und da das Schokoladengeschäft von Lindt & Sprüngli relativ konjunkturunempfindlich ist und zudem mit einer Gewinnmarge von 11% eine hohe Rendite abwirft, dürften mittelfristig weiter steigende Kurse zu erwarten sein. Auch wenn die Aktie weiterhin nicht billig ist.

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